Pflege

Pflegebedürftig ist, wer mindestens 6 Monate eine körperliche, geistige oder psychische Behinderung oder eine gesundheitliche Belastung nicht selbständig kompensieren kann. Es gibt fünf Pflegegrade.

Vom Pflegegrad ist abhängig, ob und in welchem Umfang Leistungen beansprucht werden kann.

Dazu werden die täglichen Verrichtungen in sechs Kategorien einsortiert, die – in unterschiedlicher Gewichtung – in die Pflegegrade einfließen. Es sind dies:

  • Mobilität (10 Prozent): die Fähigkeit, sich in der eigenen Wohnung fortzubewegen, zu sitzen und im Bett zu liegen
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten sowie Verhaltensweisen und psychische Problemlagen (15 Prozent): hierbei handelt es sich eigentlich um zwei getrennte Kategorien; es wird bei der Pflegebedürftigkeit nur die Kategorie mit der höheren Beeinträchtigung berücksichtigt.
    • Die kognitiven und kommunikativen Fähigkeiten umfassen das räumliche und zeitliche Orientierungsvermögen, das episodische und das semantische Gedächtnis, die exekutiven Funktionen, die Willens- und Entscheidungskraft, die Steuerungsfähigkeit, die Intelligenz und die kommunikativen Fähigkeiten.
    • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, die für die Feststellung der Pflegebedürftigkeit relevant sind, sind etwa motorische Störungen, Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus, aggressives Verhalten gegen sich oder andere, fehlende Krankheitseinsicht, Wahnvorstellungen, Ängste, Antriebslosigkeit sowie fehlende soziale Kompetenz.
  • Selbstversorgung (40 Prozent): hierunter fällt die eigene Körperpflege, das An- und Auskleiden, das Essen und Trinken sowie die Darm- und Blasenentleerung. Bei Säuglingen kann ein Bedarf nur dann bestehen, wenn diese einen außergewöhnlich hohen Aufwand bei der Nahrungsaufnahme benötigen.
  • Bewältigung krankheitsbedingter Anforderungen (20 Prozent): gemeint sind hier die selbständige Anwendung von Medikamenten, Cremes, Injektionen, Kathetern, Messgeräten und anderen Hilfsmitteln, ein notwendiger Verbandswechsel sowie die Wundversorgung, Arztbesuche und der Besuch anderer therapeutischer Einrichtungen sowie die Einhaltung einer krankheitsbedingten Diät.
  • Gestaltung des Alltagslebens (15 Prozent): hier geht es um die Aufrechterhaltung einer Tagesstruktur sowie regelmäßiger sozialer Kontakte.

Die genauen Begutachtungsrichtlinien und die Gewichtung der einzelnen Beeinträchtigungen innerhalb einer Kategorie sind verbindlich festgelegt. Besteht aufgrund der Krankheit eine Unfähigkeit zur selbständigen Haushaltsführung, ist diese zusätzlich erhöhend zu berücksichtigen.

Je nach Schwere der Pflegebedürftigkeit ergibt sich eine Aufteilung auf die einzelnen Pflegegrade nach § 15 SGB XI wie folgt:

12,5 bis unter 27 Punkte: Pflegegrad 1
27 bis unter 47,5 Punkte: Pflegegrad 2
47,5 bis unter 70 Punkte: Pflegegrad 3
70 bis unter 90 Punkte:    Pflegegrad 4
90 Punkte und mehr:        Pflegegrad 5

Bei Pflegegrad 1 besteht eigentlich noch keine Pflegebedürftigkeit. Deshalb werden größtenteils nur Beratungsleistungen gewährt.

Es gibt folgende Leistungen:

  • Leistungen bei vollstationärer Pflege
  • Leistungen bei häuslicher Pflege (häusliche Pflegehilfe)
    • Pflegegeld für selbst beschaffte Pflegepersonen
    • Ambulanter Pflegedienst (Pflegesachleistung)
    • Kombinationsleistung
    • Teilstationäre Pflege (Tages- oder Nachtpflege)
    • Zusätzliche laufende Leistungen für Pflegepersonen
    • Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung für Pflegepersonen
    • Verhinderungspflege („Ersatzpflege“)
    • Kurzzeitpflege (stationär)
    • Pflegehilfsmittel
    • Maßnahmen zur Wohnumfeldverbesserung
    • Entlastungsbeitrag

Wir prüfen die Einstufung in die richtige Pflegestufe und beraten zu den Leistungen.

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