Millionen Entscheidungen im Versorgungsausgleich nachträglich falsch. Viele Frauen erhalten zu wenig Betriebsrente vom Ex.

Millionen Entscheidungen im Versorgungsausgleich nachträglich falsch. Viele Frauen erhalten zu wenig Betriebsrente vom Ex.

Seit 1.7.1977 gibt es den Versorgungsausgleich.
Damals wurde angenommen, das Betriebsrenten nicht so werthaltig sind, wie die gesetzliche Rentenversicherung. Sie steigen in der Ansparphase nicht so wie gesetzliche Renten, und später ab Rentenbeginn auch nicht.
Das nannte man fehlende Dynamik.
Um dies auszugleichen, wurden Betriebsrenten nach mathematischen Vorgaben (Barwertverordnung) herunter gerechnet. So wurde häufig von der ehezeitlichen Betriebsrente nur ein Drittel oder die Hälfte überhaupt in den Ausgleich einbezogen – und die Hälfte davon geteilt.
Doch auch dieser Bruchteil konnte nicht mal vollständig über die gesetzliche Rentenversicherung mit ausgeglichen werden.
Später erkannt auch das Bundesverfassungsgericht, dass diese Methode so  nicht mehr gerecht ist und verpflichtete den Gesetzgeber eine neue Regelung einzuführen.
Das ist dann zum 01.09.2009 geschehen.

Alles nochmal neu Rechnen lassen oder Nachschlag holen?

Jetzt werden Betriebsrenten nicht mehr „künstlich“ heruntergerechnet. Außerdem kann nun meist mit den tatsächlichen Beträgen gerechnet werden.
Dies führt häufig dazu, dass heute ein höherer Anteil der Betriebsrente ausgeglichen werden muss. 

  • Schön für die ausgleichsberechtigte Person. Sie erhält endlich was ihr schon immer zugestanden hat.
  • Bitter für die ausgleichspflichtige Person. Sie hat ja mit der bisher gekürzten Betriebsrente gerechnet und nicht mit einem höheren Kürzungsbetrag.

Was muss ich tun, um meinen gerechten Teil zu erhalten.

Es gibt zwei Verfahren beim Familiengericht. Jedes hat Vor- und Nachteile. 

  • Es kann ein Antrag auf schuldrechtliche Ausgleichsrente gestellt werden. Dann werden nur die Betriebsrenten neu gerechnet und geteilt.
  • Es kann ein Antrag auf Abänderung gestellt werden. Dann werden alle Versorgungen neu gerechnet und einzeln geteilt. Das nennt man Totalrevision.

Wie bereits erwähnt: es sollte genau abgewägt werden den, welcher Antrag gestellt wird.
Der Vorteil in einer Rente kann sich durch einen größeren Nachteil in einer anderen Rente vermindern oder sogar umkehren.

Fehler vermeiden!

Ohne sachkundige Hilfe ist kaum zu erkennen, wie sich eine Änderung des Versorgungsausgleich wirklich auswirken wird und welcher Antrag gestellt werden sollte.
Nutzen Sie – wie die Gerichte und Anwälte – die Erfahrung eines Sachverständigen.

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