Wieviel darf ich neben der Rente hinzuverdienen?

Vorgezogene Altersrente und volle Erwerbsminderungsrente

Hinzuverdienst

Vor Erreichen der Regelaltersgrenze darf nur begrenzt hinzuverdient werden.

Bis zur Grenze von kalenderjährlich 6.300,00 € erfolgt keine Kürzung der Rente. Diese Regelung gilt einheitlich für die alten und neuen Bundesländer.

Abweichend gilt für das Kalenderjahr 2021 ein Betrag von 46.050 € (2020 = 44.590 €).

Als Hinzuverdienst gelten der kalenderjährliche Bruttoverdienst oder der jährliche steuerrechtliche Gewinn (Einkünfte aus Gewerbetrieb, aus selbständiger Arbeit und aus Land- und Forstwirtschaft).

Bei einem Verdienst darüber hinaus wird die Höhe des Kürzungsbetrages individuell ermittelt.

Jeder Euro Hinzuverdienst über der Grenze kürzt die Rente um 0,40 €.

Beispiel:

vorgezogene Altersrente 1.613,15 Euro 1.613,15 Euro 1.613,15 Euro
Beschäftigung monatlich 2.916,67 Euro 1.666,67 Euro 833,33 Euro
Beschäftigung jährlich 35.000,00 Euro  20.000,00 Euro 10.000,00 Euro
Freibetrag jährlich 6.300,00 Euro 6.300,00 Euro 6.300,00 Euro
verbleiben 28.700,00 Euro 13.700,00 Euro 3.700,00 Euro
Ein Zwölftel hiervon 2.391,67 Euro 1.141,67 Euro 308,33 Euro
Anrechnung 40 Prozent  956,67 Euro 456,67 Euro 123,33 Euro
Die Monatsrente von  1.613,15 Euro  1.613,15 Euro  1.613,15 Euro
vermindert sich um 956,67 Euro 456,67 Euro 123,33 Euro
auf einen Betrag von 656,48 Euro  1.156,48 Euro  1.489,82 Euro
Rente + Hinzuverdienst 3.573,15 Euro 2.769,63 Euro 2.323,15 Euro
Spätere Regelaltersrente 1.860,90 Euro 1.827,97 Euro 1.806,02 Euro

Es gibt allerdings eine Obergrenze für den Hinzuverdienst. Rechnet man die gekürzte Rente und den Hinzuverdienst zusammen und liegt dieser Betrag über dem bisherigen Einkommen (höchstes Einkommen der letzten 15 Jahre, sogenannter Hinzuverdienstdeckel), wird der darüber liegende Betrag zu 100 Prozent auf die verbliebene Teilrente angerechnet.

Die Deutsche Rentenversicherung stellt eine Prognose auf, welchen Hinzuverdienst Sie voraussichtlich im laufenden und im folgenden Kalenderjahr haben werden. Einmal im Jahr wird Ihr Hinzuverdienst rückwirkend überprüft.

Zunächst wird also das erwartete Einkommen mit dem Freibetrag von 6300 Euro verglichen und die Rente dann für die Zeit vom 1. Juli desselben und vom 1. Januar des kommenden Jahres an festgesetzt.

Im Folgejahr vergleicht man dann zum 1. Juli die Prognose mit dem tatsächlich erzielten Hinzuverdienst centgenau („Spitzabrechnung“).

Ergibt sich nun eine Überzahlung, müssen Sie diese zurückzahlen.

War die Rente bisher zu niedrig festgesetzt, bekommen Sie die Nachzahlung ausgezahlt.

Zu diesem Zeitpunkt wird für die kommenden zwölf Monate eine neue Prognose gestellt.

 

Teilrente

Als Altersrentner können Sie die Höhe Ihrer Teilrente und damit auch Ihre Hinzuverdienstgrenze von vornherein selbst festlegen. Die Teilrente muss aber mindestens zehn Prozent der Vollrente betragen. Die Hinzuverdienstgrenze, die sich aus der Höhe der Teilrente ergibt, muss eingehalten werden. Solange Sie diese Grenze mit Ihrem Hinzuverdienst nicht überschreiten, wird keine Spitzabrechnung durchgeführt. Sie bekommen Ihre Teilrente in der selbst gewählten Höhe weiter.

Übrigens: Bekommen Sie später eine höhere Altersrente, erhält der Rentenanteil, den Sie bisher nicht in Anspruch genommen haben, einen geringeren Abschlag als der Anteil, den Sie bereits bezogen haben. Nur bei der Altersrente für besonders langjährig Versicherte gilt dies nicht, denn sie ist ohnehin abschlagsfrei.

Sollte Ihr Verdienst doch einmal zu hoch sein und die festgelegte Hinzuverdienstgrenze überschreiten, wird wieder „spitz abgerechnet“. Der Betrag, der die Hinzuverdienstgrenze übersteigt, wird zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Ist der Hinzuverdienstdeckel überschritten, werden 100 Prozent des überschreitenden Betrages angerechnet.

Die sich daraus ergebende Überzahlung müssen Sie dann zurückzahlen.

Sie können die Höhe Ihrer Teilrente und die sich daraus ergebende Hinzuverdienstgrenze jederzeit für die Zukunft neu festlegen.

Die aus dem Hinzuverdienst geleisteten Pflichtbeiträge erhöhen den bestehenden Altersrentenanspruch ab dem Folgemonat des Erreichens der Regelaltersgrenze.

Siehe hierzu auch die Hinweise in den Berechnungsanlagen.

 

Betriebsrente

Beziehen Sie neben Ihrer gesetzlichen Rente noch eine Betriebsrente? Dann sollten Sie sich unbedingt beim Träger Ihrer Betriebsrente erkundigen, ob der Bezug einer Teilrente Auswirkungen auf die Höhe Ihrer Betriebsrente hat. Je nach Satzung des Trägers kann das Überschreiten der Hinzuverdienstgrenze und der damit verbundene Teilrentenbezug zu einer Kürzung oder sogar zum Ruhen der Betriebsrente führen.

 

Freiwillige Beiträge vor der Regelaltersgrenze

Bezieher einer Altersvollrente, die keine Pflichtbeiträge zahlen, können die Rente durch freiwillige Beiträge bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze erhöhen. Hierfür ist ein Antrag zu stellen.

Aktuell (2021) erhöhen 1.000,00 € Beitrag die Rente um monatlich 4,42 € West und 4,54 € Ost.

Bei Interesse sind wir gerne bei dem Antragsverfahren behilflich.

 

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